Oktober 2020

Liebe Leserin, lieber Leser.

Die Schulen stehen wieder auf dem Prüfstand: Schaffen sie es, durch die Masken-Pflicht und andere Massnahmen die Ansteckrate zu stoppen, oder sind sie auch beteiligt an der Verbreitung des Virus? Der Blick der Öffentlichkeit ist auch auf die Musikschule gerichtet.

Wir nehmen die Lage ernst und befolgen die angeordneten Massnahmen. Obwohl diese oft im Gegensatz stehen zu dem, was wir eigentlich vermitteln möchten: Ein freies, atmendes Musizieren. 

Wir Pädagogen erleben die Zeit als Prüfung unserer eigenen Haltungen und Einstellungen. Und sehen umso mehr den Bedarf, das zu artikulieren, was uns wichtig ist: Den Zugang zur Musik offen halten, Möglichkeiten bieten, Instrumente und das eigene Musizieren zu entdecken, wichtige kulturelle Werte vermitteln und leben, und so weiter. Dies eben trotz oder gerade wegen dieser Krise. 

Wir sehen den Beitrag der Kultur zur Gesellschaft von heute als unverzichtbar. Wir möchten uns einbringen und deutlich machen, dass es uns Kulturschaffende braucht. Gerade wenn einem manchmal ist, als würde die Luft abgestellt, gerade wenn man sich in einem eng reglementierten Konzept vorkommt: Innerlich frei sind wir, wenn wir unsere eigenen Klänge, Farben, Luftsprünge vollziehen können und nicht, wenn wir auf die Vorschrift warten, wie wir diese zu vollziehen haben.

Rainer Walker, Musikschulleiter