Editorial Juni 2020

Liebe Leserin, lieber Leser.

 

Corona hat auch in der Musikschule Langenthal Spuren hinterlassen: Wer die Webseite besucht, entdeckt auf verschiedenen Seiten Filme aus dem Leben der Schule, beredte Zeugnisse eines aktiven Musikschaffens. So hat die Krise eine neue Seite der Musikschule hervorgezaubert – damit hat niemand gerechnet. 

Zwei Filme stechen besonders hervor: Eine Klangcollage der Lehrpersonen und ein «OML-Trailer» mit einem Querschnitt durch zwei Jahre Musikschulschaffen. Hergestellt wurden die beiden Dokumente von Markus Heiniger und von Simon Sommer, beides bekannte Filmschaffende.

 

 

 

Neue Angebote im Frühbereich

In Zusammenarbeit mit der Klangwerk Mittelland GmbH entstanden neu musikalische Spielgruppen in Langenthal und Herzogenbuchsee. Unter dem Label «Zauberklang» können bereits an fünf Tagen Kinder in den Genuss von Musik und Spiel kommen – dies ab zweieinhalb bis 4 Jahren. Linda Fitzwilliam und Annina Gammenthaler werden für schöne Eindrücke besorgt sein.

 

Ebenfalls aus einer solchen Zusammenarbeit hat sich das ELKI-Singen und Musizieren ergeben. Das Modell hat schon Bestand und erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Neu wird in diesem Bereich die Rhythmikerin und Geigerin Anna Rebekka Ritter tätig sein. 

 

Ganz neue Angebote entstanden aus der Anstellung von Clara von Arx: Der bewegte Babybauch - Tanzen für Schwangere! Was für eine Vorstellung: Aus der Zeit der oft beschwerlichen Veränderungen des Körpers heraus zum bewegten Tanz finden, zur Leichtigkeit für Momente, die auch dem Kind im Bauch schöne Impulse vermitteln sollen. Ab 14. August in Langenthal!

 

Clara von Arx hat auch das neue Gefäss «Instrumentenwerkstatt» geschaffen. Mit dem Selber-Erfinden entdeckt das Kind ab sechs Jahren die Klangmaterialien, die es ihm besonders antun, auf das es besonders anspricht. Material- Schwingung- Gehör sollen zu einer Einheit finden, die den Instrument letztlich prägt. 

 

Auch im Bereich der klassischen Instrumente erfährt der Lehrkörper der Langenthaler Musikschule Erweiterungen. So wurden für Violine Eva Miribung und Anik Stucki, mit einem Ensemble – Lehrauftrag auch Anna Rebekka Ritter angestellt. Ihre interessanten Biografien lesen sich auf der Hauptseite des Musikschule-Webs. 

In einer weiteren Wahl wurde der ungarische Klarinettist und Saxophonist Barnabas Völgyesi eingestellt. Für eine altershalber zurücktretende Pianistin wurde die junge Langenthalerin Leana Krummenacher angestellt. Sie stellt sich auf der Team-Seite des Web gleich per Video vor. 

 

So sind wir wieder zurück beim Thema Film-Video. Auf Grund der Corona-Krise musste der Unterricht bis 11. Mai auf technischer Basis erfolgen. Die Schulleitung wollte wissen, wie Kinder und Eltern diese Unterrichtsform erlebt haben. Die Rückmeldungen waren mit wenigen Ausnahmen sehr positiv. Ein Ersatz für den Präsenzunterricht sei es zwar nicht gewesen, aber eine andere Erfahrung, die – so wurde oft angemerkt – die Selbständigkeit und Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler angeregt habe. Die Musikschule – soviel ist gewiss – hat durch Corona ein neues Gesicht erhalten, ein moderneres und aktuelles.

 

Dass Technik allein nicht glücklich macht, hat die Schulleitung trotzdem erkannt. Und so findet sich unter «aktuell» das Bild eines Seelenklaviers – eines Instruments, das darauf wartet, beschwingt und beseelt bespielt zu werden. Dies ist ein Motto für eine Musikschule mit Herz, der die Inhalte wichtiger sind als die Verpackung. Das darf -  mit Verweis auf die alte Bausubstanz – durchaus zum Nennwert genommen werden.

 

Rainer Walker, Juni 2020